Tteokbokki (Koreanische scharfe Reis-Nudeln)

Too hot!- Hot damn!

Das heutige Rezept kommt mit einer ganzen Woche Verspätung. Zwischenzeitlich sogar mit mehreren Fehlstarts. Hallelujah! In der letzten Woche habe ich so einiges bemerkt. Unter anderem, dass die kürzer werdenden Tage einen krassen Knick in meine Energiekurve machen, den ich bisher noch nicht ganz ausgleichen konnte.

Wenn ich keine Energie habe, dann brauche ich Comfort Food. Also Essen, dass mir ein Wohlfühl-Gefühl gibt.
Das Gericht, das ich euch heute näher bringen möchte, ist kein typisch deutsches Wohlfühl-Essen…im Gegenteil, einigen meiner Testesser hat es ganz schön den Schweiß auf die Stirn getrieben. Das Nüdeli-Gericht des heutigen Tages ist das beliebteste Street- und Comfort-Food aus Korea: Tteokbokki.

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Kennengelernt habe ich das Gericht, als eine Schülerin von mir es am letzten Kurstag mitgebracht hat. Den Namen konnte ich mir damals leider nicht merken, aber ich war so hin und weg von dem Geschmack und der interessanten Konsistenz der Zutaten, dass ich die nächsten Tage und Wochen all meine Google-Fähigkeiten einsetzte und versuchte, anhand von Stichwörtern das richtige Gericht wiederzufinden. Wie ihr seht, ist es mir irgendwann dann auch gelunden und so kann ich meine Variante von Tteokbokki vorstellen.

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Tteokbokki sind Nudeln aus Reismehl, die in einer scharfen Soße aus Gochujang (fermentierte Chilipaste) und einem Sud aus getrockneten Sardellen gekocht werden.
(An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass ich unten im Rezept auch eine vegetarisch/vegane Alternative angebe.)
Für den besonderen Geschmack, der mich sofort in seinen Bann geschlagen hat, ist Gochujang, zuständig. Denjenigen unter euch, die gerne koreanisch essen, sollte der Geschmack schon bekannt sein. Gochujang ist nämlich jene scharfe Soße, die häufig auch zu Bipimbap gereicht wird.

Mein Rezept ist abgewandelt von einem Rezept der koreanischen YouTube-Köchin Maangchi, welches sich in ihrem Kochbuch „Real Korean Cooking“ findet. An den Zutaten habe ich nichts verändert, allerdings musste ich die Mengen so anpassen, dass sie auch dem schärfe-sensiblen Mund der Berliner nicht alle Geschmackssensoren verbrennt. (An dieser Stelle: Danke an meine Testesser!)
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Tteokbokki (für 2 Personen)
500 g Rice-Cakes  (im Bild oben rechts)
1 Esslöffel Gochujang (koreanische Chilipaste, unten rechts)
1 TL Gochugaru (koreanische Chiliflocken, oben links)
(Im Zweifelsfall kannst du natürlich auch andere Chili-Flocken benutzen)
1 EL Zucker

750 ml Wasser
5 getrocknete Anchovis/Sardellen ( alternativ: getrocknete Shitake-Pilze)
1 Stück getrockneten Seetang (Kelp oder Dasima, etwa 10 auf 15 cm, keine Nori oder Wakame-Algen.)
(Im Bild unten links)

1 Bund Frühlingszwiebeln

OPTIONALE Einlagen
(Je nach Geschmack kannst du das Rezept „auffüllen“. In der Variante, die du auf den Bildern siehst, benutze ich Eier, Weißkohl und frittierte Tofu-Fischbällchen)
-hartgekochte Eier
-kleingeschnittener China-Kohl oder Weißkohl
-Fischbällchen (Eomuk)
-frittierter Tofu
-Ramen (japanische Nudeln)

(Die meisten Zutaten solltest du im Asia-Supermarkt deines Vertrauens finden. Oder im Internet….falls du noch Chiliflocken brauchst, sag Bescheid; ich habe mir übermotiviert, wie ich bin, gleich ein ganzes Kilo gekauft!)

1.) Du nimmst eine tiefe Pfanne und gibst das Wasser, Anchovis (oder Shitake) und Seetang dazu, bringst es zum Kochen und lässt es 15 Minuten sieden. Die Pfanne dabei unbedingt unabgedeckt lassen, damit der penetrant fischige Geruch/Geschmack der Anchovis verfliegt und alles etwas einkochen kann.
Eine tiefe Pfanne ist einem normalen Topf vorzuziehen, da sonst im späteren Prozess das Wasser nicht schnell genug verkocht und die Soße nicht so schön cremig wird.

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2.) Du vermischst Chilipaste, Chiliflocken und Zucker zu einer Paste.

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3.) Du wäschst die Frühlingszwiebeln und schneidest alle – bis auf eine – in 2 cm lange Stücke. Die übrige Frühlingszwiebel schneidest du ganz klein und stellst die zur Seite für die spätere Dekoration.
3+.) Wenn du Eier als Zusatz benutzt, solltest du diese jetzt hartkochen. Wenn du Kohl als Einlage benutzt, solltest du diesen jetzt klein schneiden.
4.) Nach 15 Minuten entfernst du Seetang und Anchovis (oder Shitake) aus dem Wasser. Jetzt hast du eine intensive Brühe, die deinem Gericht als Grundlage dient.
Rühre nun die hergestellte Chili-Zucker-Paste ein und gib auch die restlichen Zutaten dazu (Reis-Pasta, Frühlingszwiebeln, Kohl, Eier, Fisch-Bällchen o.ä.)
5.) Dies alles lässt du etwa 15-20 Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln, bis die Nudeln weich sind und die Soße eingedickt ist und glänzt.

!!Wichtig: Wenn du die Rice-Cakes gefroren gekauft hast, musst du sie vorher auftauen lassen, sie dann voneinander trennen und dann für 30 Minuten in kaltes Wasser legen, sonst werden sie nicht richtig weich. Für Rice-Cakes aus dem Kühlschrank entfällt dieser Schritt.

!! Wichtig: Wenn du weniger Chilipaste nimmst, musst du auch etwas weniger Wasser nehmen, sonst hast du am Ende eine wässrige Brühe und keine cremige Chili-Soße.

!! Wichtig: Trotz meiner Anpassungen ist dieses Gericht immer noch sehr sehr scharf! Du kannst natürlich weniger Chili-Flocken nehmen oder diese sogar ganz weglassen.

Empfehlung: Trink am besten ein eher süßliches Bier (z.B. Helles, Kristallweizen oder Rotbier) dazu, dass dumpft die Schärfe ab, komplementiert aber die Geschmacksnoten des Tteokbokki sehr gut!

Was ist dein Comfort-Food für stressige oder energieraubende Tage?
Auf bald, Lena

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Beyza Cönt sagt:

    Hallo , darf ich Dich fragen , woher Du die Reiskuchen in Berlin gekauft hast ? Suche seit Jahren danach :/
    Danke!

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  2. Beyza Cönt sagt:

    Suche wirklich vergeblich nach denen ^^

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    1. Hey Beyza,
      ich kaufe meine bei Go Asia (http://goasia.net/filiale) in Schöneberg. Du findest sie dort im Kühlregal. In Schöneberg stehen sie ganz links unten, in der Nähe der Miso-Pasten. 🙂

      Liebe Grüße und viel Spaß beim Kochen und noch viel mehr beim Essen!
      Lena

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